Grundsätzliches zur Gewaltprävention

Nach einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen aus dem Jahr 1995 finden 2/3 aller Fälle sexueller Gewalt im sozialen Nahbereich statt. Dies wiederum heißt, dass es zwischen Opfer und Täter eine, wenn auch nur flüchtige, Vorbeziehung gibt.
Also der Typ in der Disco, der mich nach hause bringen möchte,
der Freund meines Mannes, den ich von der Geburtstagsfeier heim fahre,
der Nachbar, der Onkel, der Mann(!?)

Die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) sind da wenig aufschlussreich, denn diese widerspiegelt ja nur die bekannten Taten, also die angezeigten. Und die o.g. Opfer der Taten im Nahbereich werden eher keine Anzeige erstatten.
Das Dunkelfeld ist riesig. Es wird Zeit, es aufzuhellen!

Eine Studie über das Gegenwehrverhalten bei Sexualstraftaten der Polizeidirektion Hannover aus dem Jahr 1996 räumt mit einem weiteren Vorurteil auf und lässt sich kürzen auf "Wehren lohnt sich!"

Dort wurde u.a. festgestellt, dass sich zwar nur 27 % der Frauen aus 522 Fällen massiv wehrten (energischer, aktiver Einsatz von Stimme, Armen, Beinen, Werkzeugen oder dem gesamten Körper), die Tat aber in 84 % dadurch zum Abbruch kam.